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Wirtschaftliche Erholung in China für 2. Quartal erwartet

German.xinhuanet.com | 12-05-2020 07:45:28 | german.china.org.cn

Chinas Wirtschaft wird sich mehreren Ökonomen zufolge im zweiten Quartal weiter erholen, aber das Tempo könnte durch externe Unsicherheiten und einen globalen Abschwung gebremst werden. Daher seien stärkere innenpolitische Maßnahmen erforderlich, um für den Rest des Jahre seine stetige Erholung zu gewährleisten.

Die zuständigen chinesischen Behörden werden voraussichtlich in dieser Woche die wichtigsten Wirtschaftsdaten für April veröffentlichen, darunter Industrieproduktion, Inflation, Einzelhandelsumsätze und Anlageinvestitionen.

Die Daten werden Aufschluss über den aktuellen Zustand und das Tempo der Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt geben. Für die politischen Entscheidungsträger dienen sie als Grundlage für ihre nächsten Schritte zur Wachstumsstimulierung und zur Erleichterung der Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit.

Es wird zudem erwartet, dass während der Jahrestagung des 13. Nationalen Volkskongresses (NVK), der obersten Legislative Chinas, die am 22. Mai beginnt, detailliertere wirtschaftspolitische Maßnahmen angekündigt werden. Im besonderen Fokus stehen dabei die Fragen, wie China sein diesjähriges Wachstumsziel festlegen wird, inwieweit die Regierung ihre Haushaltsdefizitquote erhöhen wird und welche zusätzlichen Konjunkturmaßnahmen zur Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung ergriffen werden sollen.

Ökonomen sind der Ansicht, dass der von der COVID-19-Pandemie verursachte erhebliche Rückgang der Nachfrage im Ausland eine der akutesten Herausforderungen für die chinesische Wirtschaft ist. Chinas Exporte könnten im zweiten Quartal weiter schrumpfen, nachdem sie im ersten Quartal im Jahresvergleich bereits um 11,4 Prozent zurückgegangen waren.

Viele der Ökonomen haben deshalb ein noch stärkeres Einschreiten der Politik gefordert, darunter mehr Staatsausgaben zur Ankurbelung von Investitionen und die Einführung von mehr Anreizen für Unternehmen und einzelne Verbraucher zur Ankurbelung der Binnennachfrage.

Chinas oberste Führung hat inmitten des COVID-19-Ausbruchs sechs Prioritäten für das Land formuliert:die Beschäftigung, der Lebensunterhalt der Menschen, die Weiterentwicklung von Marktteilnehmern , die Nahrungsmittel- und Energiesicherheit, das stabile Funktionieren der Industrie- und Lieferketten sowie das reibungslose Funktionieren der Gesellschaft.

Angesichts der beispiellosen Herausforderungen, denen sich Chinas Wirtschaft gegenüber sieht, hat Präsident Xi Jinping bei mehreren Gelegenheiten die Notwendigkeit betont, dass China die Produktion mit voller Kapazität wieder aufnehmen, Leben und Arbeit wieder normalisieren und neue Wachstumsmotoren fördern müsse.

Wang Tao, Chefökonom für China bei der Schweizer Bank UBS, schätzte, dass die Wirtschaftsdaten vom April zwarwahrscheinlich darauf hindeuten werden, dass sich die chinesische Wirtschaft auf einem starken Erholungskurs befinde. Jedoch könnten die wichtigsten Wirtschaftsindikatoren immer noch schwächer ausfallen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

„Bisher war Chinas Politik im Vergleich zu dem massiven Konjunkturpaket, das es nach der globalen Finanzkrise 2008 verabschiedet hat, relativ mild. Wir gehen davon aus, dass sich die politische Unterstützung weiter intensiviert und die Regierung die Fiskalausgaben erheblich auf das Niveau von etwa 2,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts anheben wird", schrieb Wang in einem Forschungsartikel.

Wang ging davon aus, dass ein großer Teil der Staatsausgaben für die Ankurbelung von Infrastrukturinvestitionen verwendet werden wird, die in diesem Jahr voraussichtlich um etwa 10 Prozent steigen werden. Gleichzeitig werde die Zentralbank weiterhin Liquidität in den Finanzmarkt injizieren und die Finanzierungskosten der Unternehmen senken, indem sie den Mindestreservesatz der Banken und die Benchmark-Kreditzinsen senkt.

 (Quelle: german.china.org.cn)

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